Ob ein Stoff schwimmt, entscheidet seine Dichte im Vergleich zur Flüssigkeit. Eintauchtiefe berechnen, Eis, Öl, Kork, Kunststoffe und Holz im Vergleich.
Ein Stahlschiff schwimmt, ein Stahlnagel sinkt, Eis schwimmt, ein Eichenbrett meistens auch, ein Stück Pockholz nicht. Hinter all dem steht eine einzige Vergleichsgröße: die Dichte des Körpers gegen die Dichte der Flüssigkeit. Dieser Ratgeber erklärt die Regel, rechnet die Eintauchtiefe aus und vergleicht Stoffe um die Wassermarke von rund 1.000 kg/m³.
Die Regel
Ein Körper in einer Flüssigkeit erfährt einen Auftrieb, der so groß ist wie die Gewichtskraft der verdrängten Flüssigkeit (Prinzip des Archimedes). Daraus folgt für einen massiven Körper:
- Dichte des Körpers kleiner als die der Flüssigkeit: Er schwimmt.
- Dichte gleich: Er schwebt.
- Dichte größer: Er sinkt.
Entscheidend ist die mittlere Dichte des ganzen Körpers. Ein Schiff aus Stahl (7.850 kg/m³) schwimmt, weil sein Rumpf viel Luft einschließt und die mittlere Dichte von Stahl plus Luft unter der des Wassers liegt.

Wie tief taucht ein Körper ein?
Ein schwimmender Körper taucht so weit ein, bis die verdrängte Flüssigkeit so viel wiegt wie er selbst. Der eingetauchte Anteil ist:
Anteil unter der Oberfläche = ρ_Körper / ρ_Flüssigkeit
Rechenbeispiel: Eis in Süßwasser
Eis bei 0 °C: 916,7 kg/m³ (Wikidata). Wasser bei 0 °C: 999,84 kg/m³ (NIST).
916,7 / 999,84 = 0,917
Rund 92 % eines Eisblocks liegen unter der Wasseroberfläche, 8 % ragen heraus.
Rechenbeispiel: Eis in Meerwasser
Meerwasser: 1.025 kg/m³ bei 20 °C (Wikibooks-Tabelle flüssiger Stoffe). Ein Wert bei 0 °C steht nicht in der Datenbank; mit dem 20-°C-Wert ergibt sich:
916,7 / 1.025 = 0,894
Im Salzwasser liegen rund 89 % unter Wasser. Salzwasser ist dichter als Süßwasser, deshalb ragt Eis dort etwas weiter heraus. Aus demselben Grund liegt ein Schiff im Meer etwas höher als im Fluss.
Rechenbeispiel: Korkplatte
Kork als Dämmstoff: Rohdichte 120 bis 200 kg/m³ (Wikipedia „Wärmedämmstoff“). Wasser bei 20 °C: 998,21 kg/m³ (NIST).
120 / 998,21 = 0,12 und 200 / 998,21 = 0,20
Eine Korkplatte taucht nur zu 12 bis 20 % ein. Bei Styropor (15 bis 30 kg/m³, gleiche Quelle) sind es nur 1,5 bis 3 %.
Stoffe um die Wassermarke
Werte in kg/m³; Vergleich mit Wasser bei 20 °C (998,21 kg/m³). Bei festen Stoffen gilt die Aussage für den massiven Körper.
| Stoff | Dichte kg/m³ | Bedingung | im Wasser | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Styropor | 15 bis 30 | Rohdichte Dämmplatte | schwimmt | Wikipedia „Wärmedämmstoff“ |
| Kork | 120 bis 200 | Rohdichte Dämmplatte | schwimmt | Wikipedia „Wärmedämmstoff“ |
| Fichtenholz | 470 | 12 % Holzfeuchte | schwimmt | Wikipedia „Darrdichte“ |
| Ethanol | 789,3 | 20 °C | mischt sich | Wikipedia „Ethanol“ |
| Polypropylen | 902,5 | 23 °C | schwimmt | Wikidata |
| Rapsöl | 910 bis 917 | - | schwimmt | Wikipedia „Rapsöl“ |
| Eis | 916,7 | 0 °C | schwimmt | Wikidata |
| Polyethylen | 915 bis 953 | je nach Typ | schwimmt | Wikidata, Wikipedia „Polyethylen“ |
| Wasser | 998,21 | 20 °C | - | NIST |
| Meerwasser | 1.025 | 20 °C | sinkt in Süßwasser | Wikibooks |
| Bongossi | 1.040 | darrtrocken | sinkt | Wikipedia „Darrdichte“ |
| Pockholz | 1.230 | darrtrocken | sinkt | Wikipedia „Darrdichte“ |
| Glycerin | 1.261,3 | 20 °C | sinkt, mischt sich | Wikidata |
| PET | 1.330 bis 1.350 | - | sinkt | Wikipedia „Polyethylenterephthalat“ |
| PVC | 1.390 | 20 °C | sinkt | Wikidata |
Ethanol und Glycerin mischen sich mit Wasser. Für sie ist „schwimmen“ keine sinnvolle Frage; vorsichtig eingeschichtet bildet Ethanol aber zunächst eine Schicht oben, Glycerin unten.
Anwendung: Kunststoffe trennen
Die Tabelle zeigt eine Grenze mitten durch die Kunststoffe: Polypropylen und Polyethylen liegen unter 1.000 kg/m³, PET und PVC darüber. Recyclinganlagen nutzen das in Schwimm-Sink-Becken. Eine PET-Flasche mit Deckel aus Polyethylen oder Polypropylen trennt sich im Wasser von selbst: Die gemahlenen Flaschenteile sinken, die Deckelteile schwimmen.
Anwendung: Öl auf Wasser
Rapsöl hat 910 bis 917 kg/m³ und mischt sich nicht mit Wasser. Es bildet deshalb immer eine Schicht obenauf. Der Dichteunterschied von 8 bis 9 % zum Wasser (998,21 kg/m³ bei 20 °C) reicht aus, damit sich ein Gemisch nach dem Schütteln wieder trennt.
Rechenbeispiel: Wie viel trägt ein Floß?
Ein Floß aus Fichtenholz mit 2 m × 1 m × 0,2 m hat 0,4 m³ Volumen. Bei 470 kg/m³ (12 % Holzfeuchte, Wikipedia „Darrdichte“) wiegt es 0,4 · 470 = 188 kg. Ganz untergetaucht verdrängt es 0,4 m³ Süßwasser, bei 20 °C also 0,4 · 998,21 = 399,3 kg. Die Differenz ist die Zuladung, bei der die Oberkante gerade die Wasserlinie erreicht:
399,3 kg - 188 kg = 211,3 kg
Ohne Last taucht das Floß zu 470 / 998,21 = 47 % ein, also rund 9,4 cm der 20 cm Stärke. Diese Rechnung gilt für trockenes Holz; ein Floß, das Wasser aufnimmt, wird schwerer und trägt weniger. Sicherheitsreserven sind darin nicht enthalten.
Wenn sich die Dichte ändert
- Temperatur: Warmes Wasser ist leichter als kaltes. Bei 60 °C hat Wasser 983,19 kg/m³ (NIST), rund 1,5 % weniger als bei 20 °C. Ein Körper, der in kaltem Wasser knapp schwimmt, kann in heißem sinken.
- Salz: Gelöstes Salz erhöht die Dichte. Im Meer schwimmt man leichter als im See.
- Wasseraufnahme: Holz saugt sich voll, die Luft in den Poren wird durch Wasser ersetzt. Treibholz, das lange im Wasser lag, sinkt irgendwann.
- Lufteinschluss: Hohlkörper, Schaumstoffe und Schiffe schwimmen wegen ihrer mittleren Dichte, nicht wegen der Dichte ihres Materials.
Prüfschema in drei Schritten
- Dichte des Körpers nachschlagen, auf die Bedingung achten (Holzfeuchte, Temperatur, Rohdichte oder Reindichte).
- Dichte der Flüssigkeit bei der passenden Temperatur nachschlagen.
- Vergleichen. Ist der Körper leichter, Eintauchanteil als Quotient der beiden Dichten berechnen.
Häufige Fragen
Welche Dichte muss ein Stoff haben, damit er auf Wasser schwimmt?
Weniger als die Dichte des Wassers, bei 20 °C also unter 998,21 kg/m³ (0,998 g/cm³). In Meerwasser liegt die Grenze bei rund 1.025 kg/m³.
Warum schwimmt Eis auf Wasser?
Eis hat bei 0 °C eine Dichte von 916,7 kg/m³, Wasser bei 0 °C 999,84 kg/m³. Beim Gefrieren dehnt sich Wasser um rund 9 % aus. Rund 92 % eines Eisblocks liegen unter der Oberfläche.
Schwimmt Holz immer?
Nein. Bongossi (1.040 kg/m³) und Pockholz (1.230 kg/m³) sind auch darrtrocken dichter als Wasser und sinken. Die übrigen Hölzer der Darrdichte-Liste liegen zwischen 130 kg/m³ (Balsaholz) und 790 kg/m³ (Hainbuchenholz) und schwimmen.
Wie berechnet man, wie tief ein Körper eintaucht?
Anteil unter Wasser = Dichte des Körpers / Dichte der Flüssigkeit. Kork mit 120 kg/m³ taucht in Wasser mit 998 kg/m³ zu 12 % ein.
Stand 09.10.2026. Alle Zahlen aus den Stoffseiten dieser Site; Quellen: NIST Chemistry WebBook, SRD 69, Wasser bei 1,01325 bar, Public Domain; Wikidata, Eigenschaft P2054 (Dichte), CC0 1.0; Wikibooks-Autoren, „Tabellensammlung Chemie/ Dichte flüssiger Stoffe“, de.wikibooks.org, CC BY-SA 4.0; Wikipedia-Autoren, „Wärmedämmstoff“, de.wikipedia.org, CC BY-SA 4.0; Wikipedia-Autoren, „Darrdichte“, de.wikipedia.org, Version 2026-05-19, CC BY-SA 4.0; Wikipedia-Autoren, Artikel „Rapsöl“, „Ethanol“, „Polyethylenterephthalat“, „Polyethylen“, „Polypropylen“, de.wikipedia.org, CC BY-SA 4.0. Formeln und Rechenwege sind eigene Darstellung.